Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel: Häufige Fehler und deren Vermeidung

Die regelmäßige Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel (wie Werkzeuge, Maschinen, Steckdosenleisten oder Geräte) ist eine essenzielle Maßnahme, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten. Diese Prüfungen sind nach den Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und der DGUV Vorschrift 3 (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) durchzuführen. Fehler bei der Prüfung können schwerwiegende Folgen für die Arbeitssicherheit haben. In diesem Artikel werden häufige Fehler bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel aufgezeigt und Strategien zur Vermeidung erläutert.

1. Unzureichende Schulung der Prüfer

Einer der häufigsten Fehler bei der Prüfung von elektrischen Betriebsmitteln ist eine unzureichende Schulung der Prüfer. Oftmals sind Mitarbeiter für die Prüfung von Geräten zuständig, ohne über die nötige Fachkenntnis oder praktische Erfahrung zu verfügen. Ein schlecht ausgebildeter Prüfer kann wichtige Sicherheitsaspekte übersehen oder Fehler bei der Messung machen.

Vermeidung: Es ist entscheidend, dass alle Prüfer über eine fundierte Schulung verfügen, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Anwendung umfasst. Die Schulung sollte regelmäßig wiederholt und aktualisiert werden, um mit den neuesten Normen und Best Practices vertraut zu bleiben.

2. Nichtbeachtung der Prüfintervalle

Die Prüfintervalle für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel variieren je nach Art des Geräts und dessen Nutzung. Ein häufiger Fehler ist, diese Intervalle nicht korrekt zu beachten oder Prüfungen auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Dies kann dazu führen, dass defekte Geräte weiterhin im Betrieb sind und das Risiko von Unfällen steigt.

Vermeidung: Eine präzise Planung der Prüfintervalle gemäß den Vorschriften ist notwendig. Moderne Softwarelösungen oder Prüftools können dabei helfen, die Prüfungen zu planen und automatische Erinnerungen zu setzen. Eine regelmäßige Überprüfung und Dokumentation der Prüfungen ist wichtig, um sicherzustellen, dass alle Geräte gemäß den Vorgaben geprüft werden.

3. Unvollständige oder fehlerhafte Dokumentation

Eine unvollständige oder fehlerhafte Dokumentation ist ein häufiges Problem. Ohne ordnungsgemäße Aufzeichnungen können im Falle eines Vorfalls keine Nachweise über durchgeführte Prüfungen oder die Ergebnisse erbracht werden. Dies kann zu rechtlichen Problemen oder unzureichendem Nachweis der Sorgfaltspflicht führen.

Vermeidung: Alle Prüfungen sollten detailliert dokumentiert werden, einschließlich des Prüfergebnisses, des Datums, des durchgeführten Tests und etwaiger Abweichungen. Die Dokumentation sollte sowohl digital als auch in Papierform erfolgen, um eine lückenlose Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

4. Mangelnde Verwendung der richtigen Prüfgeräte

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Verwendung ungeeigneter oder falsch kalibrierter Prüfgeräte. Falsch kalibrierte Messgeräte können ungenaue Messergebnisse liefern, die zu falschen Schlussfolgerungen führen und das Risiko von Sicherheitsvorfällen erhöhen können.

Vermeidung: Es ist wichtig, dass für jede Prüfung das richtige Prüfgerät verwendet wird. Diese sollten regelmäßig kalibriert und überprüft werden, um ihre Genauigkeit zu garantieren. Die Verwendung von hochwertigen und zertifizierten Prüfgeräten erhöht die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.

5. Überprüfung nur sichtbarer Mängel

Oft wird bei der Prüfung von ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln nur auf sichtbare Mängel geachtet. Dies kann zu einer Vernachlässigung potenzieller innerer Mängel führen, wie etwa beschädigte Kabelisolierungen oder defekte interne Komponenten.

Vermeidung: Die Prüfung sollte nicht nur visuell erfolgen, sondern auch durch geeignete technische Messungen, wie Widerstandsmessungen oder Isolationsprüfungen. Eine umfassende Prüfung berücksichtigt sowohl äußere als auch innere Mängel, die möglicherweise nicht auf den ersten Blick sichtbar sind.

6. Nichtbeachtung der Umgebungsbedingungen

Die Umgebungsbedingungen am Einsatzort eines Geräts können einen großen Einfluss auf dessen Zustand haben. Hohe Feuchtigkeit, extreme Temperaturen oder Staub können die Funktionstüchtigkeit eines Geräts beeinträchtigen. Ein häufiger Fehler ist es, diese Faktoren bei der Prüfung zu ignorieren.

Vermeidung: Bei der Prüfung sollte auch die Umgebung berücksichtigt werden. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass die Geräte unter den vorherrschenden Bedingungen weiterhin sicher betrieben werden können. Besondere Anforderungen an die Umgebungsbedingungen müssen in der Betriebsanleitung des Geräts nachgelesen und berücksichtigt werden.

7. Verzögerung bei der Ausmusterung defekter Geräte

Defekte Geräte, die nicht aus dem Verkehr gezogen werden, stellen eine erhebliche Gefahr dar. Viele Unternehmen neigen dazu, defekte Geräte vorübergehend weiter zu verwenden, insbesondere wenn die Mängel als geringfügig eingeschätzt werden.

Vermeidung: Defekte Geräte sollten unverzüglich aus dem Betrieb genommen und entweder repariert oder ersetzt werden. Wenn Geräte nicht repariert werden können, müssen sie gemäß den Vorschriften ausgemustert werden, um das Risiko von Unfällen zu minimieren.

Fazit

Die regelmäßige und ordnungsgemäße Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ist unerlässlich, um Unfälle zu verhindern und die Sicherheit von Mitarbeitern zu gewährleisten. Durch die Vermeidung häufiger Fehler – wie unzureichender Schulung, mangelnder Dokumentation, falscher Verwendung von Prüfgeräten und ungenauer Beachtung der Umgebungsbedingungen – kann die Qualität der Prüfungen erheblich verbessert werden. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Prüfer gut geschult sind, dass die Prüfintervalle strikt eingehalten werden und dass alle Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden, um Risiken zu minimieren.